Das von den Zwergen "verehrte" Schneewittchen

Für Informationsaustausch zum bekanntesten Werk
der Brüder Grimm, zu seiner internationalen
Verbreitung und Rezeption, und allgemein zur Gattung Märchen.

Das von den Zwergen "verehrte" Schneewittchen

Beitragvon Regina Freyberger » Freitag, 30. Juni 2006, 11:12

Guten Tag!

Ich habe eine Frage zu einem bestimmten Darstellungstyp zu Schneewittchen/Sneewittchen, die in Buchillustrationen, Scherenschnitten, Postkarten und Gemälden im deutschsprachiger Raum bis 1945 immer wieder auftaucht, die ich mir aber weder aus textlicher noch aus künstlerischer Sicht erklären kann. Um wirklich jede Anregung, wäre ich daher außerordentlich dankbar!

In Darstellungen zu Schneewittchen finden sich nämlich immer wieder Illustrationen, die Schneewittchen von den Zwergen in einem Akt der Verehrung umringt zeigen, die ihr Gaben darbringen bzw. sich ehrfurchtsvoll vor ihr verneigen.

Dies hat (nach meinen Kenntnisstand) weder eine textliche Grundlage (auch nicht bei Bechstein, der in den Illustrationen zu den Grimmschen Märchen durchaus mithineinspielt), noch kann ich mir eine plausible künstlerische Erklärung dafür denken. Es ist zwar durchaus üblich, Schneewittchen (nicht zuletzt unter dem Einfluss der Genremalerei) beim Kochen, Auftragen der Speisen, Betten machen, etc. für die Zwerge darzustellen, nicht zuletzt aus dem (biedermeierlichen) Bedürfnis heraus, einen idyllischen Haushalt dem Betrachter vorzuführen, aber in diesen Motivkreis passen die eingangs beschriebenen Darstellungen nicht.

Da dies in den Schneewittchen-Illustrationen wie erwähnt kein Einzelfall ist, muss es dafür irgendein Erklärungsmodell gegeben haben, dem ich aber nicht auf die Spur komme.

Für jede Anregungen bedanke ich mich daher schon jetzt herzlich!
Regina Freyberger
 
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Re: Das von den Zwergen "verehrte" Schneewittchen

Beitragvon AndreasKrauss » Sonntag, 31. März 2013, 20:21

Hallo Regina,

ich vermute mal, daß es ganz einfach heidnische Anfälle der Künstler (oder aber der Verleger/Herausgeber, die diese Künstler ja bezahlten) waren. Man konnte seinem Brunhilde-Wahn nicht im wirklichen Leben nachgehen, also lebte man ihn in der Kunst aus.
AndreasKrauss
 
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